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Künstliche Intelligenz im DaZ-Unterricht: Chancen und konkrete Methoden

Schmuckbild: Schülerinnen präsentieren ihre Arbeit mit KI
(c) Shutterstock.com/Halfpoint, canca.com/Visual Generation
KI-Tools sind aus unserem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. Auch für Schüler*innen bedeutet das, dass KI schon längst Teil ihres Lernens ist. Gerade im Fremd- und Zweitspracherwerb können sich diese Tools als besonders nützlich erweisen: Von kreativen Ideen für das Erarbeiten von Inhalten bis hin zur Übersesetzungsfunktion, wenn es schlichtweg am Verständnis hakt.

Wir haben hier einige Ideen für Sie und Ihren Unterricht zusammengestellt:

Gutes Prompten ist eine sprachliche Herausforderung

Das A und O einer guten Antwort der KI ist ein guter Prompt. Für einen guten Prompt muss Sprache möglichst exakt sein. Geben Sie den Schüler*innen im Unterricht die Möglichkeit, auf Deutsch zu prompten, anstatt den Prompt zuhause in der Erstsprache zu verfassen und anschließend die Antwort übersetzen zu lassen.
Schmuckbild: Person spricht mit KI-Roboter
(c) canva/Visual Generation


Schmuckbild: Person, Datenknoten
(c) canva/Visual Generation

Durch gezieltes Prompten Denken anregen und nicht ersetzen

Anstatt: "Schreibe mir einen Text zum Thema Freizeit eines 12-jährigen Buben in einer Großstadt", zeigen Sie Ihren Schüler*innen, wie sie KI als Schreibcoach nutzen können. Ein passender Prompt könnte lauten: „Sei mein Schreibcoach. Hilf mir, einen Text zum Thema Freizeit eines 12-jährigen Buben in einer Großstadt zu verfassen."

Die KI bietet Ideen und hilft dabei, eigene Gedanken zu strukturieren. Nutzen Sie Tools, die speziell für das Schreiben konzipiert wurden, wie z. B. QuillBot.


Rollenspiele mit der KI helfen, Dialoge zu üben

Lassen Sie Schüler*innen Dialoge mit der KI üben. Ein möglicher Prompt könnte lauten: "Ich muss einen Dialog im Supermarkt üben. Ich möchte, dass du die Rolle des Verkäufers übernimmst und ich die des/der Kund*in. Gib mir keine Antworten vor."

Das Tolle daran: Es entsteht der Eindruck eines realen Dialogs, aber die Kinder können sich beim Verfassen der Antworten so viel Zeit nehmen, wie notwendig. Etwas, das Kinder manchmal bei gesprochenen Dialogen – etwa Rollenspielen in der Klasse – unter Druck setzt.
Schmuckbild: Person chattet mit KI
(c) canva/Visual Generation


Schmuckbild: zwei Schüler*innen nutzen ein KI-Tool
(c) canva/Visual Generation

Bildbeschreibungen als Lernanlass für präzise Sprache

Eine Alternative ist es, jedem Kind eine Bildkarte mit einer konkreten Landschaft oder Situation zu geben und diese der KI so exakt wie möglich zu beschreiben. Stimmt das Bild der KI mit dem vorgegebenen Bild überein? Oder eignen sich die entstandenen Bilder nun als Fehler-Suchbilder?



Mit KI eigene Lern-Songs erstellen

Singend Vokabeln lernen? Kein Problem mit Tools wie dem Suno | AI Music Generator.

Ihre Schüler*innen können aus jenen Vokabeln, die ihnen Schwierigkeiten bereiten, lustige Lieder kreieren und diese am Smartphone immer wieder abspielen.
(c) canva/Visual Generation
Wichtig: Lassen Sie die Kinder bei diesen Übungen nicht allein. Führen Sie jede Übung zuerst gemeinsam in der Klasse durch, z. B. am Whiteboard oder mit dem Beamer, und betrachten Sie die Antworten der KI gemeinsam. Manchmal ist es notwendig nachzuschärfen, damit das Ziel des unterstützenden Lernens von KI und Kindern verstanden wird. Die KI kann nicht für uns denken, aber sie kann unsere Gedanken anregen, verbessern und herausfordern – wenn man weiß, wie.


Unsere Schulbuch-Empfehlung für Sie:

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